Das Leben des Estrich

Interessante Beschreiben von http://www.inschi.de/bau/tippsestricharbeiten.html
(an der Stelle mal nur kopiert)

“Zementestrich hat neben vielen bekannten Vorteilen auch “Haken und Ösen” Der “Lebensweg” eines Zementestrichs auf Trennlage oder Dämmung ist wesentlich ausgeprägter als bei einem Calciumsulfatestrich. Ein Verbundestrich zeigt dieses Phänomen nur in sehr schwacher Form.

Geburt:
Der Estrich wird eingebaut und ist innerhalb der Toleranzen völlig planeben und noch naß.

Babyphase
Nach der Hydratation setzt die Trocknung ein. Innerhalb dieser Zeit (i. d. R. 4 Wochen) kommt es zu der bekannten Schüsselung. Die Ränder des Estrich biegen sich nach oben, wie die bekannte Käsescheibe nach 12 Stunden “Lufttrocknung”. Ursache dafür ist die oberflächliche Trocknung und die damit verbunden Schrumpfung. Unten kann die Feuchtigkeit durch die Trennlage / Dämmung nicht entweichen. Die Platte wird krumm. Darauf wird dann der Belag mit Mörtel befestigt. Manchmal wird der Estrich auch in den Ecken nachgeschliffen oder teilweise in der Mitte gespachtelt, damit er wieder die notwendige Ebenheit errreicht. Die Randfugen werden mit elastischen Fugmaterialien verschlossen.

Pubertätsprobleme
Nach ein bis zwei Jahren ist der Estrich völlig ausgetrocknet. Die Senkung durch die Komprimierung der Dämmung um 1 – 3 mm ist durchaus zulässig. Gleichzeitig hat sich der Estrich “gestreckt” und legt die Ecken wieder runter. Dadurch werden die Silikonfugen abgerissen und der Kunde meint ein “Mangel” ist da. Der Handwerker hat dann Mühe zu erklären, daß diese Abrisse von bis zu 5mm “Wartungsfugen” sind (siehe auch ZDB Merkblatt “Bewegungsfugen in Bekleidungen aus Fliesen und Platten, 09 / 1995)”

Midlife Crisis
Der Endzustand wird nach 3 – 4 Jahren erreicht. Schwindungsvorgänge sind die Ursache dafür, daß sich der Estrich leicht zusammenzieht, diesmal allerdings von unten. Der Oberboden (Naturstein / Keramik) schrumpft allerdings nicht, wie die hydraulischen Baustoffe. Die Bauteilverkürzung über den gesamten Zeitraum des Schwindens beträgt 0,1 bis 0,3 mm pro einen Meter Länge Die Folge ist, daß die Ecken sich absenken und die Mitte sich hochwölbt. Die Wartungsfugen klaffen dann recht deutlich und die Türe kann schleifen. Sollten Sie Ihren Tresor während der Renovierung in die Mitte des Raumes stellen, kann es leicht passieren, daß sich mit einem großen Knall die Spannungen entladen und der Oberboden sich vom Estrich lößt oder der Boden zerbricht.
Allerdings kann diese Spannungsentladung durch mangelhafte Trennung der Estrichplatte zu anderen Bauteilen (Wände, andere Bodenplatten) provoziert werden. Dann kann es durchaus zu spontanen kleinen Erdbeben in Ihren Zimmern kommen. Verhindern kann man den letzten Effekt nur durch Verwendung von Teppichen oder anderen Weichbelägen. Knackende Estriche können aber noch mehr Ursachen haben, die im Einzelfall untersucht werden müssen.”

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